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Studie: Commitment von Frauen in Führungspositionen stärker als bei Männern


21.01.2014

München, 21.01.2014 – Eine repräsentative Befragung deutscher Arbeitnehmer durch das Marktforschungsinstitut Vocatus deckt deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften auf: Frauen in Führungspositionen zeigen ihrem Arbeitgeber gegenüber ein höheres Commitment als ihre männlichen Kollegen. Die wesentlichen Gründe: Ihre Arbeitszufriedenheit ist höher, sie identifizieren sich stärker mit ihrem Unternehmen und ihre Arbeitssituation begeistert sie mehr als die Männer.

Stärkeres Commitment
„Interessant ist, dass sich die Unterschiede beim Commitment zwischen Männern und Frauen erst auf der Führungsebene zeigen“, sagt Christian Motzko, Senior Berater bei Vocatus. Betrachtet man alle Arbeitnehmer, unterscheidet sich das Commitment von Männern und Frauen nur geringfügig (60 zu 59 Indexpunkte). Auf der Führungsebene jedoch ist dieser Unterschied erheblich größer: Frauen in Führungspositionen zeigen ein deutlich höheres Commitment (67 Indexpunkte), als ihre männlichen Kollegen (63 Indexpunkte). Dies ist insbesondere erstaunlich, da eine Differenz von zwei Indexpunkten bereits als signifikanter Unterschied im Commitment zu werten ist. Die Gründe für diese Ungleichheiten lassen sich im Wesentlichen an drei Aspekten festmachen:

Höhere Arbeitszufriedenheit
Weibliche Führungskräfte zeichnen sich vor allem durch eine höhere Arbeitszufriedenheit aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Unternehmen als Arbeitgeber an andere weiterempfehlen, liegt um 30 Prozent höher. „Offensichtlich agieren Frauen in Führungspostionen für ihr Unternehmen manchmal stärker als Botschafter nach außen, als ihre männlichen Kollegen“, merkt Christian Motzko an.

Stärkere Identifikation
Frauen in Führungspositionen identifizieren sich insgesamt stärker mit ihrem Unternehmen: 61 Prozent von ihnen tun dies „sehr stark“ oder sogar „äußerst stark“, während es bei den Männern nur 55 Prozent sind. Jedoch gestaltet sich die Identifikation der Frauen anders: Während sich die Frauen im Vergleich zu den Männern vermehrt „sehr stark“ identifizieren (45 zu 30 Prozent), sind es deutlich mehr Männer, die sich im höchsten Maße – also „äußerst stark“ – identifizieren (16 zu 25 Prozent). „Dies lässt vermuten, dass es weiblichen Führungskräften manchmal besser gelingt, den Bogen zwischen dem Beruf und den anderen Aspekten des Lebens nicht zu überspannen“, erläutert Christian Motzko.


Arbeitssituation begeistert mehr
Frauen empfinden ihre Arbeitssituation, also die Aspekte ihrer Tätigkeit, die ihre Leistungsfähigkeit und ihre Leistungsbereitschaft direkt beeinflussen, als deutlich begeistender als die männlichen Kollegen. Über ein Drittel der weiblichen Manager (35 Prozent) sehen sich in einer für sie begeisternden Arbeitssituation, während dies gerade mal ein Viertel der Männer (26 Prozent) tun. Andererseits empfinden deutlich mehr männliche Führungskräfte (35 Prozent) ihre Arbeitssituation als nicht befriedigend, während es bei den Frauen nur 25 Prozent sind. „Dies deckt sich mit den Beobachtungen, die wir in vielen Unternehmen machen: Während die Frauen häufig voll und ganz in ihrer derzeitigen Führungsrolle und –aufgabe aufgehen, neigen die Männer eher dazu, mit einem Auge schon auf die nächst höhere Position zu schielen“, so Christian Motzko.


Zum Hintergrund der Untersuchung:
Das Mitarbeiter Commitment ist ein Ausdruck der Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber und ein Indikator für ihre Leistungsfähigkeit und ihre Leistungsbereitschaft. Vocatus erhebt den Mitarbeiter Commitment Index (MCI) bereits seit über 6 Jahren regelmäßig bei einer Vielzahl von Konzernen und mittelständischen Unternehmen weltweit. Die Kennzahl hat sich dort als Standardgröße zur Messung von Commitment etabliert. Für die aktuelle Studie wurden im Oktober 2013 1.880 repräsentativ ausgewählte deutsche Arbeitnehmer online befragt.